öffentliche Toilette - die 7 Tücher-Regel

Zuweilen kommt es vor, dass eine öffentliche Toilette genutzt werden muss. Mindestens urinale Dünste schlagen dem unbedarften Besucher dieser Einrichtungen beim Eintritt entgegen. Oft mahnen Zettel mit Eselsohren an Türen oder neben Spiegeln an zivilisiertes Verhalten.

"Papier nicht ins Pissbecken machen - das mit dem Papier auf Toilette machen!", "Licht bitte anlassen - so sparen wir Strom.", "Papier bitte sparsam verwenden - das kostet alles Geld!".

Doch genau diese Papier-Spar-Aufforderung lässt sich aus hygienischen Gründen leider nicht umsetzen. Ich habe gezählt, wie viele "Papierhandtücher" ich benötige, muss ich eine dieser Einrichtungen nutzen. 



1 Tuch für das Öffnen der Tür um in die Erleichterungseinrichtung zu gelangen.
Um sparsam zu sein, wird mit diesem Tuch auch gleich der Wasserhahn für das vorbereitende Händewaschen genutzt. Anschließend wandert das Tuch in den Mülleimer. Dieses Tuch muss natürlich vorrätig gehalten werden. Daher habe ich es beim vorherigen Besuch des Etablissements schon sorgsam in die Hosentasche gesteckt.

2 Tücher für das erste Hände-Abtrocknen.
Der Mann von Welt trägt Hose. Um zu urinieren, empfiehlt es sich, diese Hose an geeigneter Stelle zu öffnen. Da vor Beginn der Verrichtungveranstaltung die Hände gewaschen wurden, müssen diese getrocknet werden. Ansonsten könnten feuchte Spuren an der Hosenöffnung zurückbleiben. Unweigerlich würden Menschen denken, der Besuch der Toilette wäre unglücklich verlaufen.

1 Tuch für das Bedienen der Spül-Einrichtung am Urinal.
Allein die räumliche Nähe des Spül-Knopfes zum Abfluss des Verrichteten zwingt den Gast der Einrichtung, keinen Körperkontakt zuzulassen. Ein Papiertuch ist also notwendig, will man seine Stoffwechselprodukte ordnungsgemäß entfließen lassen. Dieses Tuch eignet sich noch dafür, den Wasserhahn im Erfrischungsraum zu öffnen, wird nun aber entsorgt.

2 Tücher für das finale Hände-Abtrocknen.
Wir haben alle von unseren Kindergartentanten, Omis und oft auch den Eltern gelernt, dass man sich nach dem Besuch der Toilette die Finger zu waschen hat. Zivilisiert setzen wir diese Konditionierung um und verbrauchen anschließend eben jene zwei Tücher. Wichtig - bevor wir den Wasserhahn schließen, ziehen wir zwei Papiertücher aus dem Spender, trocknen unsere Hände und mit den feuchten, zerknüllten Resten schließen wir dann die "Wasser-aus-Wand"-Mechanik.

1 Tuch um den Laden zu verlassen.
Immer trifft man jemanden, der es mit der Reinlichkeit nicht so sehr übertreibt, wie man selbst. Daher sind die Türgriffe wahrscheinlich fäkal-beschmutzt. Wir benötigen also ein Papiertuch, um das Gelände hinter uns zu lassen und die Absperr-Einrichtungen zu betätigen. Bevor wir allerdings dieses letzte Tuch verwenden, müssen wir daran denken, das oben erwähnte erste Tuch für den Folgebesuch zu verstauen.

Dieser ganze Hygiene-Spaß funktioniert allerdings nur dann richtig gut, wenn die aufgesuchte Einrichtung über eine Papierspender-Versorgung verfügt. In anderen Lokalitäten werden einem erhitzte Luftströme zur Trocknung angeboten und berührungslose Spül-Einrichtungen zur Hinterlassenschaftsbeseitigung. Ungeklärt bleibt hier, wie die Türen geöffnet und geschlossen werden sollen. In jedem Fall muss also ein eigener Taschentuch-Vorrat mitgeführt werden.

Und immer dran denken - Papiertücher nicht ins Urinal fallen lassen!