provisorisches Ende Tara Loren 1 #Modezar

Esther suchte aus ihrer furchtbaren Handtasche ein Telefon heraus und gab umständlich die Telefonnummer ihrer Tochter ein, die sie aus einem kleinen Büchlein ablas.
"Ach Mädchen - wäre die Zeit doch anders gelaufen." Frank Victorius fummelte die silbernen Manschettenknöpfe durch die Löcher seines sommerlichen Leinenhemdes. Dabei strahlte er Esther an. "Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder?"



Zwischenbemerkungen
  • Outtakes sind Szenen, die es letztlich nicht in eine Story geschafft haben oder Szenen, die geschrieben werden wollten, aber nirgendwo hineinpassten. Diese Szene ist ein sog. "provisorisches Ende" gewesen. Anstatt es umständlich umzuschreiben oder zu löschen, findet es sich nun hier. 
  • Taras Mutter Esther Loren trifft Frank Victorius in einem Hotelzimmer. Es wird angedeutet, dass diese beiden betagteren Semester ein vergnügliches sexuelles Erlebnis teilten - in der Vergangenheit und eben gerade. Ja! Auch alte Menschen haben Sex! Esther hat sich mit ihrer Tochter verabredet und muss so tun, als ob sie gerade aus dem Zug steigt. Dabei ist sie schon einige Tage im Hotel. Ihre Tochter Tara glaubt inzwischen, dass sie die Tochter des Modezaren Frank Victorius ist. In Wahrheit ist das nicht der Fall. Es wird hier aber angedeutet, dass es noch mehr "Geheimnisse" bezüglich Taras Vater gibt, die wahrscheinlich später aufgeklärt werden. 
Esther zog an einem kleinen Haschisch-Zigarillo und ließ den Rauch ganz langsam entweichen.
"Ach - wer weiß das schon - Berlin ist ein Dorf."
Von der Straße wehten ermattete Stadtgeräusche herauf und die beiden hingen ihren Gedanken nach. Man hätte sie für ein altes Ehepaar halten können; ungeniert und ohne Geheimnisse gaben sie sich. Frank setzte sich zu Esther auf die Bettkante. "Meinst du, wir bleiben bei der Geschichte? Ist sie nicht jetzt alt genug, um die Wahrheit zu erfahren?"
Esther überlegte.
"Nein - ich werde bei der Story bleiben, dass der Vater unbekannt ist." Sie sah ihren alten und gealterten Liebhaber an. "Aber du musst damit rechnen, dass sie zu dir kommt und von dir einen Vaterschaftstest haben will." Jetzt grinste auch Esther. "Und du solltest ihr etwas unter die Arme greifen - du weißt ja, womit sie sich beschäftigt - die Sache mit ihrer Internetgeschichte ... Ich rufe sie jetzt an. Vielleicht solltest du ihr auch etwas sagen?"